Die Video-Trends der letzten 10 Jahre. (2016-2025)

Henry
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Von Casey Neistat bis Cinematic Comeback. Hier sind 10 „Trends“, die mich als Videograf in den letzten 10 Jahren begleitet haben:

2016 – Casey Neistat: Vlogging etabliert sich als Format.

Casey etablierte den Daily-Vlog als „Kurzfilm im Alltag“: Mit Kamera und Skateboard in New York. Er veröffentlichte 534 Tage am Stück täglich Vlogs, bevor er im August 2016 eine Pause ankündigte. Das Ergebnis: Über eine Milliarde Aufrufe auf YouTube.
Viele zogen nach und starteten ihren eigenen Daily-Vlog, doch kaum jemand war so erfolgreich. Warum?

1. Learning: Was Casey anders macht.

  • Liebe zum Detail: Er stellt die Kamera hin, läuft zurück und wieder ins Bild.
    Ja, das ist inzwischen gängige Praxis. War damals aber komplett neu.
  • Storyline statt Tagebuch: Jeder Vlog hat eine Dramaturgie mit Anfang, Mitte und Ende. Oft mit klarem Thema und Spannungsbogen.
  • Einheitliches Format / Serien-Charakter:
    Die Vlogs enthalten wiederkehrende Elemente wie bei einer TV-Serie: Timelapse-Videos, Skateboards, New-York etc..

2017 – Sam Kolder: Travel-Edits werden Mainstream.

Reisevideos gab es schon vorher, aber 2017 setzte sich ein klarer Stil durch: Gimbal, Drohne, Hyperlapse und Speed Ramps. Die Schnitte orientieren sich an der Musik, Übergänge greifen die Kamerabewegung auf und führen sie weiter. So wirkt das Material wie ein durchgehender Fluss statt wie lose Clips. “Flow” ist das Stichwort.

2. Learning: “Flow” funktioniert als Stilmittel um Zuschauerbindung zu steigern.
Mehr zum Thema Flow im Videoschnitt


2018 – Cinematic B-ROLL Overload

Hübsche B-Roll Edits entwickeln sich vom Füllmaterial zum Selbstzweck. Blende auf für den Blurry Background, Zoom rein und jetzt werden in Slow Motion die Details gezeigt. Vorzugsweise von Kaffee oder Autos. Kombiniert mit fancy Transitions, passenden Soundeffekten und jede Menge Colorgrading. LUT’s Tutorials und Presets (u. a. von Peter McKinnon) werden en masse verkauft.

3. Learning: Durch interessante Einstellungen und Sounddesign lässt sich selbst Banales interessant gestalten.


2019 – Imagefilm-Peak: schöner Einheitslook, wenig Wirkung

2019 hat die Flut aus Standard-Imagefilmen ihren Höhepunkt erreicht: Drohnen über dem Firmengebäude, Gimbal durch den Flur, Hände schütteln, Maschinen in Zeitlupe.
Dazu austauschbare Claims („Innovation. Qualität. Leidenschaft.“) und Corporate-Hintergrundmusik. Ergebnis: sauber produziert, aber ziemlich Inhaltslos was dazu führt, dass die meisten Imagefilme mit wenig Klicks auf dem YouTube Friedhof landen.

4. Learning: Ende 2019 ist ein Video nichts mehr besonderes. Es gibt Alternativen und für langweilige Imagefilme ist die Zeit nun wirklich vorbei.


2020 – Live/Zoom-Boom: alles wird remote

Drehs fallen aus, Events werden abgesagt. Plötzlich laufen Webinare und Livestreams vom Schreibtisch aus. Unternehmen bauen in Wochen Mini-Studios: Laptop, Ringlicht, USB-Mikro; später kommen bessere Kameras als „Webcam“ und Remote-Regie dazu. Der Hype um perfekten Zoom-Hintergrund und 3.000-Euro-Webcams hält aber nicht lange.

5. Learning: Für Webcam Equipment gilt Ton vor Bild und Licht vor Kamera.


2021 – Retention als Schnittprinzip (MrBeast-Logik)

MrBeast macht Millionen Klicks und alle fragen: Wie macht er das?
Seine Antwort ist entzaubernd einfach: Nicht der Algorithmus entscheidet, sondern das Publikum. Auf YouTube zählen vor allem zwei Dinge: CTR (Klickrate aufs Thumbnail) und Retention (wie lange Menschen dranbleiben).

Videografen und Cutter passen sich an. Viele Videos wirken überladen und zu hektisch. Überall extrem schnelle Schnitte. Als Zuschauer will man eigentlich wegklicken, bleibt aber trotzdem dran. Ziemlich unbefriedigend. Zuschauer und Creator haben irgendwann genug.

6. Learning: CTR und Retention sind wichtig. Hektisches Editing ohne Story/ Mehrwert wirkt aber nur kurzfristig und bringt keine echten Fans, die deine Videos gern anschauen und wiederkommen.


2022 – TikTok/Hormozi-Subs

„Kannst du die Untertitel wie Alex Hormozi machen?“
Diese Frage bekamen Videografen und Cutter 2022 ständig.
Alle wollten Instagram Reels, YouTube Shorts und TikToks. Vorteil: einmal produzieren, dreifach hochladen.
Der Haken: Kunden feiern 10.000 Klicks auf 15 Sekunden oft mehr als 1.000 Klicks auf 10 Minuten. Finde den Fehler! (Sie fanden ihn, 2024)

7. Learning: Neue Plattformen bringen günstige Reichweite. Wer früh dabei ist, gewinnt.


2023 – KI-Lo-Fi-Massenproduktion

Nachdem 2020-2022 viele Influencer und Creator auf Instagram und TikTok „aus dem Nichts“ 40.000 Follower und mehr mit Kurzvideos aufgebaut hatten, dachten viele: Das kann ich auch.

Plan: ChatGPT schreibt, wir drehen massenhaft Reels, fertig. Reel-Agenturen verkaufen genau das. Annahme: Stark bearbeitete Videos wirken wie Werbung → also lo-fi: Kamera hinstellen, Skript ablesen, posten. Am Set kam oft die Ernüchterung: „So kann ich das nicht sagen… das passt nicht.“ Als Cutter habe ich 500+ Reels geschnitten und oft Rohmaterial erhalten in den Kunden abkotzen weil sie live bei jedem Video das ChatGPT Skript anpassen müssen.

Trotzdem, Anfang 2023 klappte das noch: Billige Reichweite mit ChatGPT Videoskripte.. Dann war der Markt schnell voll: 40.000 → 10.000 → 2.000 → 1.000 Views pro Video, auch bei großen Accounts.

8. Learning: AI Massenproduktion macht Prozesse effizient, ersetzt aber keine Liebe zum Detail. Das Problem an Videos die leicht und einfach zu erstellen sind. Sie sind leicht und einfach zu kopieren.


2024 – Lang lebe Longform

Fehler gefunden. Trendy Kurzvideos mit 100.000 Klicks sind cool. Die Reichweite auf IG/TikTok lässt sich aber nicht so leicht in Sales verwandeln. 100.000 TikTok-Follower sind nicht gleich 100.000 YouTube Follower. Es macht einen Unterschied, ob dir jemand 15 Sekunden15 Minuten oder 3 Stunden zuhört. Longform hat also doch einen Nutzen: Trust + Conversion.

9. Learning: Kurzvideos sind gute Türöffner aber konvertieren schlecht. Deshalb Reels für Sichtbarkeit. Longform für Trust + Conversion.


2025 Cinematic Comeback

2025 fühlt sich an wie 2018, aber besser. Videografen nennen sich Cinematografen und das aus gutem Grund. Alles kommt in Einklang. Hook, Story, Inhalt, Ästhetik, Flow. Viele YouTube-Videos und Instagram-Clips wirken heute kinoreif und erhalten Reichweite.

10. Learning: Für herausragend gute Qualität gibt es immer Platz.

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